Was Frauen über Feminismus denken |
Originaltitel: Feminists don't wear pink and other lies
Erscheinungsdatum: 08.10.2018
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-15982-6
Paperback, Klappenbroschur; 13,5 x 20,6 cm
Seitenanzahl: 416 Seiten
Preis: 12,00 € [D]
↬ Leseprobe ↫
(Vom Goldmann-Verlag):
Die Welt, in der Frauen heute leben, ist trotz #MeToo und immer größer werdenden öffentlichen Protesten gegen die Geschlechterungleichheit noch immer massiv vom Gender Pay Gap, der Sehnsucht nach dem perfekten Bikinibody und Mansplaining definiert. »The future is female! Was Frauen über Feminismus denken« ist das Buch für Mädchen und Frauen, die sich mit diesem ungenießbaren Cocktail nicht länger zufriedengeben wollen, eine einzigartige und vielstimmige Textsammlung. Frauen von der Hollywood-Ikone bis zur Teenie-Aktivistin erzählen darin ihre ganz persönliche Geschichte; alle Geschichten zusammengenommen entwickeln eine Kraft, die die alte Welt aus den Angeln heben kann und dem F-Wort einen ganz neuen Glanz verleiht. Der Feminismus von heute definiert sich über das Dafür und Miteinander und nicht ewig gestrig über das Dagegen, er ist eine unwiderstehliche Notwendigkeit – und jede Einzelne von uns gehört dazu!
Herausgeberin von »The future is female« ist die britische Style-Kolumnistin und Pink-Protest-Gründerin Scarlett Curtis; das Buch wird zeitgleich mit der britischen und der amerikanischen Ausgabe zum International Girls' Day am 11.10.2018 erscheinen. Beiträgerinnen sind unter anderem: Emma Watson • Keira Knightley • Bridget Jones (von Helen Fielding) • Saoirse Ronan • Dolly Alderton • Jameela Jamil • Kat Dennings • Rhyannon Styles und viele mehr.
Außerdem exklusiv in der deutschen Ausgabe: Essays von Katrin Bauerfeind • Karla Paul • Tijen Onaran • Fränzi Kühne • Milena Glimbovski • Stefanie Lohaus.
„The future is female“.
Ein ziemlich provokanter Titel.
Ein Titel, der klar zu verstehen gibt, um was es sich in dem Buch handeln wird: Feminismus.
Optimistischen Feminismus, der hofft in der Zukunft mehr erreichen zu können.
Jedoch auch ein Titel, der
recht voreingenommen wirkt.
Ein Titel, der ausdrückt, dass Frauen die Zukunft dominieren werden. (Deutsche Übersetzung des Buchnamens: „Die Zukunft ist weiblich“.) Ein Titel, welcher sofort das vorurteilbehaftete Bild von "männerhassenden Frauen" erweckt, mit welchem sich Feminist*innen herumschlagen müssen. Ein Titel, der, wie ich finde, nicht sonderlich feministisch ist.
„The future is female“ ist eine
Überschrift, welche nicht zum Feminismus passt.
Feminismus ist für mich
eine Bewegung, die die Rechte von ALLEN Menschen gleichwertig machen
möchte. Die für die Gleichstellung ALLER Geschlechter und Sexualitäten kämpft
und gleichzeitig Kulturen, Normen und Gesellschaften kritisch analysiert um
diese zu verbessern.
Feminismus ist des Sexismus
größter Feind und geht deswegen JEDEN etwas an.
Dass der Titel nun „The future is FEMALE“ (dt.: die Zukunft ist weiblich) heißt, passt daher eher nicht, denn auch eine weibliche Zukunft wäre keine Gleichstellung, welche sich die meisten Feminist*innen wünschen. Sie wäre das Gegenteil von dem, was Feminismus erreichen möchte und auch eine ziemlich einfältige Vorstellung, da Feminismus ja eigentlich genau eine solche geschlechterunterdrückende Zukunft bekämpfen möchte.
„The future is equal“ (dt.:
Die Zukunft ist gleichwertig) wäre deswegen, meiner Meinung nach, ein
verträglicherer Buchtitel gewesen.
Ich verstehe allerdings, dass
der Titel wahrscheinlich extra provokant und „voreingenommen“ gewählt wurde, um
Diskussionsstoff zu bieten und den Feminismus für sich zu überdenken.
Das Buch hatte mich also schon mit seinem Titel aufmerksam gemacht und damit hat wohl die Herausgeberin Alles erreicht, was sie erreichen wollte: Chapeau!
Auch die restlichen Teile des
Buches regen zum Nachdenken und Diskutieren an.
Beispielsweise fragt man sich,
warum das Cover in quietsch-pinken Farben gehalten werden musste? Wurde hier
wieder stereotypisch provoziert? Glücklicherweise ein Geheimnis, welches beim
Lesen des Buches gelüftet wird. (Ein Beitrag im Buch den ich übrigens ziemlich cool
finde.)
„Cool“ finde ich außerdem,
dass dieses Buch keine Abhandlung über die Meinung des Feminismus von einer
Frau* ist, sondern gleich von mehreren. Viele unterschiedliche Texte
von vielen unterschiedlichen Menschen.
Weswegen die verschiedensten Meinungen vertreten sind, über die man nachdenken muss, ob man sie vertritt oder eben nicht. Teilweise verschaffen sie sogar einen ganz neuen Blickwinkel in den Feminismus.
Die Textansammlung ist überwiegend
effizient und man kann einen großen Nutzen für sich selbst daraus ziehen.
Die Texte sind nach Themen sortiert und besonders beachtenswert fand ich, dass sogar Gedichte vorzufinden sind.
Zu beachten ist allerdings,
dass die meisten Frauen*, die einen Text zu Verfügung gestellt haben, keine
Schriftsteller*innen sind, weswegen es zu großen Unterschieden im Schreibstil und
Lesefluss kommen kann. Jeder empfindet, mal den einen, mal den anderen Text als
besser oder schlechter.
So gab es auch für mich Texte, die ich entweder als
zu überspitzt wahrgenommen habe oder die bei mir gar nichts ausgelöst haben (weder
Nachdenklichkeit, noch Wut, noch Verbundenheit oder Humor).
Überwiegend finde ich
das Buch mit seinen Texten und Sinneseindrücken jedoch sehr gelungen. Denn es
war voller Aussagen und Meinungen, die mich sehr begeistert haben. Es ist
vielfältig, abwechslungsreich und unterschiedlich und jeder Lesende wird einen
Text finden, an welchem er Gefallen entwickeln kann.
Das Buch
bietet eine spannende Mischung und ist trotz der Kritikpunkte empfehlenswert.
Es hilft seine Meinung zu überdenken, sich eine eigene zu bilden und sich in
der Welt des Feminismus zu orientieren.
3,5/5 Sterne ⭐⭐⭐
🌺Rike🌺
Vielen Dank an den Goldmann - Verlag und das Bloggerportal, welche mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben!
|
![]() |
Quelle |
Originaltitel: Small Great Things
Erscheinungsdatum: 02.10.2017
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-10237-4
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Seitenanzahl: 592 Seiten
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …
↣ Leseprobe ↢
Ich bin fasziniert.
Ich bin fasziniert von Jodi Picoult.
Ich bin fasziniert von Jodi Picoult.
Ich bin fasziniert von den tiefgründigen Charakteren die
selbige ständig erschafft.
Ich bin fasziniert von den durchdachten Plots und dem
vermittelten Wissen, welches man immer wieder dazulernt, wenn man eines ihrer
Bücher liest.
Ich bin fasziniert davon, wie sie es schafft, Prozesse (von
denen man normalerweise nur oberflächlich - wenn überhaupt - mitbekommt) so
gut auszuarbeiten, so als ob es sich anfühlt, dass sie sich jahrelang mit dem
Thema auseinandergesetzt hat.
Ich bin fasziniert, dass sie es schafft mein tiefes
Mitgefühl zu erlangen, selbst wenn ich eine andere Ideologie als bestimmte Personen
aus ihrem Buch besitze.
Ich bin fasziniert von dem Cover.
Ich bin fasziniert von dem Cover.
Ich bin fasziniert davon wie Jodi Picoult, ein so
kompliziertes Thema auf den Punkt bringt.
Ich bin fasziniert.
Vermutlich würde das schon für eine Rezension meinerseits reichen, da ich
schätze, dass meine restliche Rezension im Kern genau diese Punkte auch genauso
nennen würde: Ich bin fasziniert von diesem Buch.
Wer mich jedoch weiter über
dieses Buch schwadronieren "hören " möchte, kann ruhig weiterlesen.
Ich verspreche, es wird nicht langweilig!
Jodie Picoult schreibt immer wieder über Themen die unter die Haut gehen, zum Nachdenken anregen und einen wachrütteln. Sie schreibt über Themen die in der Gesellschaft eher weniger beachtet werden bzw. sogar fast tabu sind, aber genau deswegen eigentlich angesprochen werden MÜSSTEN, weil sie eine Wichtigkeit haben, die die meisten nicht einmal begreifen. Dabei ist sie jedoch in ihrer Feinfühligkeit und ihrer Intelligenz beinahe nicht zu überbieten und berührt den Leser (zumindest mich) tief im Innern.
In „Kleine große Schritte“ schreibt sie über Diskriminierung in unserer Gesellschaft (,vordergründig Rassendiskriminierung). Einem Thema, welchem ich sehr verbunden bin, weil es mich sehr beschäftigt.
Umso sehr freue ich mich, dass Jodi Picoult in diesem Buch
stark auf die Missstände hinweist und eingeht und an alle Leser appelliert.
Wenn ich die Protagonisten
prägnant zusammenfassen müsste, würde das wahrscheinlich so aussehen: Zwei
Gegensätze; stark, emanzipiert und energisch gegen verbittert, faschistisch
und rassistisch und dazwischen eine
Außenstehende. Ruth Jefferson, Turk Bauer und Kennedy McQuarrie. Denn um dem Thema des
Buches gerecht werden zu können, wird das Problem aus den wichtigsten drei
Sichten betrachtet: Aus der Perspektive
der afroamerikanischen Hebamme und Säuglingskrankenschwester Ruth, des rechtsradikalen
Vaters des toten Babys Turk und der weißen, privilegierten und augenscheinlich
nicht rassistischen Rechtsverteidigerin Kennedy.
Jeder Charakter ist
speziell, eigen, individuell und entwickelt sich im Laufe der Geschichte, was
das Ganze sehr tiefgründig und interessant gestaltet.
Jodi Picoult teilt Rassendiskriminierung aus allen Blickwinkeln mit und jeder der Charaktere (auch die wohlgemerkt sehr interessanten Nebencharaktere) fördert die Geschichte mit seiner persönliche Anschauung und seinem eigenem Gebaren.
Besonders interessant sind die kleinen Einblicke in die Vergangenheit. Man bekommt einen Eindruck, wie die Person zu dem geworden ist, wer sie heute ist und versteht einige Handlungsweisen besser.
Jodi Picoult teilt Rassendiskriminierung aus allen Blickwinkeln mit und jeder der Charaktere (auch die wohlgemerkt sehr interessanten Nebencharaktere) fördert die Geschichte mit seiner persönliche Anschauung und seinem eigenem Gebaren.
Besonders interessant sind die kleinen Einblicke in die Vergangenheit. Man bekommt einen Eindruck, wie die Person zu dem geworden ist, wer sie heute ist und versteht einige Handlungsweisen besser.
Auch die Handlung der Geschichte an sich, ist sehr
interessant, da man erstens, wie oben schon angedeutet, einen umfangreichen
Crashkurs zum Thema Gerichtsverhandlung bekommt und da, zweitens, alles sehr
authentisch geschrieben ist. Wie überall erscheinen Hoch- und Tiefphasen in den
Leben der Charaktere und sie werden immer von neuen Veränderungen überrascht,
was das Ganze echt und spannend werden
lässt.
Kleine große Schritte ist faszinierend. Es ist ein Buch für das Leben, sowohl zum Lernen und Neuentdecken als auch zum lange Nachdenken
und Prägen. Ich kann jedem empfehlen das Buch zu lesen, ganz besonders auch
dann, wenn man sich Rassismus und Diskriminierung zu Herzen nehmen möchte. Die Geschichte wird lange nachklingen und regt zur Selbstreflexion
an.
Vielen Dank!
Vielen Dank!
LG Rike
Vielen Dank an den C. Bertelsmann - Verlag und das Bloggerportal, welche mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben!